Erste Hilfe bei Zähneknirschen

Viele Eindrücke und Emotionen werden mehr oder weniger über unser Kausystem verarbeitet. Auch wenn es sich nicht um ein zahnmedizinisches Problem handelt, möchten wir Ihnen helfen, die Ursachen zu finden und zu beseitigen.

Wenn es im Kiefergelenk knackt, oder der Mund gar nicht mehr richtig auf geht, dann liegt die Vermutung nahe, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen oder pressen. Aber auch häufige Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Rückenprobleme, Verspannungen im Nacken oder Schmerzen an den Schläfen können Anzeichen dafür sein. Vielleicht schmerzen auch Ihre Zähne oder sind empfindlich gegen Kälte. Diese Symptome können ebenfalls darauf hindeuten, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen oder pressen.

Das Zähneknirschen wird auch als Bruxismus bezeichnet. Ein weiterer Name dafür ist CMD (Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion was Schädel-Unterkiefer-Fehlfunktion bedeutet).

Die möglichen Gründe für Bruxismus sind vielfältig: Zahn- oder Kieferfehlstellungen kommen in Betracht, zu hoch gestaltete Füllungen oder Zahnersatz genauso wie Kiefergelenks- oder Kaumuskelerkrankungen. Fehlstellungen der Zähne oder Kiefer können umgekehrt auch unterhalb der Schulterregion ihren Ursprung finden, so dass zum Beispiel ein umgeknickter Fuß banal ist und wenig Beachtung findet.

Aber auch Stress, Kummer, psychische Belastungen sind häufige Ursachen: Ein neuer Job, Mobbing, Unzufriedenheit oder Ärger am Arbeitsplatz, Entlassung, finanzielle Sorgen, der Verlust eines geliebten Menschen, seelische Belastungen und extreme Konzentrationsphasen sind nur eine Auswahl der möglichen psychischen Auslöser für Bruxismus. Bleiben diese Gründe unbehandelt, können Sie verheerende Folgen für das Gebiss, das Wohlbefinden und die allgemeine Gesundheit mit sich bringen.

Was kann man tun?

Im persönlichen Gespräch mit dem Zahnarzt wird ein Eindruck gewonnen, ob Knirschen und Pressen einer seelischen Belastung des Patienten zugrunde liegt. Stress, Kummer oder schwierige Lebenssituationen können jeden treffen. Und genau wie bei „einfachen“ Zahnschmerzen sollte man auch hier ohne zu Zögern entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Bei starken Beschwerden kann eine begleitende Behandlung durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen sinnvoll sein, um Fehlstellungen oder Muskelverhärtungen zu therapieren. Bei schweren seelischen Problemen sollte in jedem Fall professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Auch unsere hier beschriebene manuelle Therapie wird nur Erfolg haben, wenn auch die Ursachen für das Zähneknirschen erkannt und beseitigt werden.

Schnelle Linderung der Beschwerden für den Anfang kann durch sogenannte Aufbiss-Schienen erfolgen. Hierbei werden individuell angefertigte Kunststoffschienen auf die Zähne aufgesteckt, die vorher in einer für den Patienten entspannten Lage des Unterkiefers angefertigt werden.

Die Aufgabe der Aufbiss-Schiene ist, vorhandene Störkontakte auszugleichen und den Unterkiefer in eine stabile, eindeutige und entspannte Position zu bringen. Dadurch werden Kiefergelenke und Kaumuskulatur entlastet und Pressen und Knirschen wird dadurch verhindert. Aufbiss-Schienen werden in der Regel nachts getragen, manchmal sind sie aber auch tagsüber sinnvoll.